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Rigging

Was ist Rigging?

Was ist Rigging

Was ist Rigging?

3D-Animationen haben im Videobereich in den letzten Jahren ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Als Rigging wird dabei der Vorgang bei der Produktion einer Animation bezeichnet, bei dem eine Figur mit einer festen Struktur versehen wird. Diese Struktur gibt dann vor, welche Bewegungsmuster für die animierte Gestalt möglich sind. Am einfachsten kann man sich dies vorstellen, wenn man es mit dem menschlichen Körper vergleicht. Die animierte Figur ist dabei der reine Körper, der anschließend mit einem Skelett inklusive Gelenken versehen wird. Tatsächlich wird sich dabei oftmals an der menschlichen Skelettstruktur orientiert: Die Knochen im Bein und das Kniegelenk werden beispielsweise so platziert wie dies auch im menschlichen Körper der Fall ist. Zwingend ist diese Vorgehensweise aber nicht. Vielmehr besteht der Vorteil eines 3D-animierten Erklärfilms ja genau darin, dass es keinerlei Einschränkungen gibt. Theoretisch kann eine Figur also auch zwei Kniegelenke bekommen – aus technischer Sicht macht dies keinen Unterschied und ist ganz der Phantasie der Videoproduzenten überlassen.

So funktioniert das Rigging von 3D-Animationen

Natürlich müssen aber einige grundlegende Regeln beachtet werden. So müssen die einzelnen Knochen und Gelenke – in der Fachsprache werden zumeist die englischen Begriffe „Bones“ und „Joints“ verwendet – immer miteinander verbunden sein. Das erste platzierte Gelenk wird dabei als „Root Joint“ bezeichnet, an das sich dann die anderen Elemente anschließen. Steht das Skelett – oder englisch: „Rig“ – dann, muss es noch mit dem Körper – dem sogenannten „Mesh“ – verbunden werden. Schnellt also das Kniegelenk nach vorne, muss auch das Bein des Körpers dem folgen. Bei dieser Koppelung treten immer mal wieder kleinere Fehler auf, die dann im letzten Arbeitsschritt namens „Skinning“ noch entfernt werden müssen. Ist dies erfolgt, kann die 3D-animierte Figur genutzt werden und beispielsweise bei Erklärfilmen zum Einsatz kommen. Animationen wirken dabei auf den Zuschauer besonders ansprechend und können auch komplexe Sachverhalte leicht erfassbar machen. Es können aber nicht nur Figuren animiert werden, sondern auch Objekte, was beispielsweise sinnvoll sein kann, um ein neues Produkt detailreich zu präsentieren.

Forward Kinematics vs. Inverse Kinematics

Ist das Skelett schließlich erstellt und mit dem Körper verbunden, muss beim Rigging noch festgelegt werden, welche Auswirkungen dies auf die Bewegungen der Figur hat. Dies gilt gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen muss definiert werden, welches Gelenk wie beweglich ist. Ein Mensch kann beispielsweise weder seinen Kopf um 360 Grad drehen, noch den Ellenbogen nach vorne durchdrücken. Soll also eine möglichst realitätsnahe Animation erstellt werden, muss dies berücksichtigt werden. Zum anderen haben Bewegungen eines Körperteils immer auch Auswirkungen auf andere Knochen und Gelenke. Wird beispielsweise die Hand gehoben, folgen auch Unterarm, Ellenbogen und Oberarm. Zusätzlich wirkt sich dies auch noch auf das Schultergelenk aus. Um dieses Zusammenspiel zu gewährleisten gibt es bei der Animation von Erklärfilmen zwei Techniken: Forward Kinematics (FK) und Inverse Kinematics (IK). Bei ersterem erfolgt die Bewegung entlang der vorher festgelegten Hierarchie. Im Falle des Arms also von der Schulter runter bis zum Finger. Bei der zweiten Alternative läuft es genau umgekehrt.

Erklärfilme setzen regelmäßig auf gut gemachte 3D-Animationen

Inverse Kinematics werden dabei in Erklärfilmen oft genutzt, wenn beispielsweise die Bewegung der Hand sehr exakt ausfallen muss – etwa wenn die Figur eine Leiter heraufklettert. Die Rigging Technik stößt bei sehr komplexen oder detailreichen Animationen allerdings an ihre Grenzen. Die Mimik des Gesichts wird daher für gewöhnlich von der Animation des restlichen Körpers getrennt und erfolgt eigenständig mithilfe anderer Techniken. Die Erstellung eines passenden Rig ist eine recht komplexe Angelegenheit, für die etwas Erfahrung benötigt wird. Um die Arbeitstechnik anzuwenden, ist zudem der Einsatz von speziellen Programmen nötig. Dies kann beispielsweise Softimage XSI oder 3D Studio Max sein. Eine gut gemachte 3D-Animation ist dann allerdings ein Gewinn für jedes Video, denn die Möglichkeiten des Storytellings sind dabei beinahe unbegrenzt.

Folgendes Video gibt Ihnen einen kurzen Überblick über die Grundlagen vom Rigging: