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Keyframe

Was ist ein Keyframe?

Was ist ein Keyframe

Was ist ein Keyframe?

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Produktion von Zeichentrickfilmen. Es ist daher sinnvoll, zunächst einmal genauer zu verstehen, wie die flüssigen Bewegungen beispielsweise in den Asterix-Filmen entstehen. Dabei machen sich die Zeichner die Nachbildwirkung und den Stroboskopeffekt zunutze. Vereinfacht ausgedrückt, geht es um die Tatsache, dass das menschliche Gehirn, viele schnell aufeinanderfolgende und nur leicht veränderte Bilder als fließende Bewegung wahrnimmt. Oftmals werden im Kindergarten oder Grundschulen sogenannte Daumenkinos gebastelt, die genau nach diesem Prinzip funktionieren. Im Filmwesen wird heute zumeist eine Abfolge zwischen sechzehn und 25 Bildern pro Sekunde verwendet. Aufwendige Produktionen, etwa in IMAX HD oder in 3D, setzen inzwischen aber auch auf 48 Bilder pro Sekunde. Niedrigere Bildsequenzen, die trotzdem in normaler Geschwindigkeit abgespielt werden, sind als „Zeitraffer“ bekannt. Eine hohe Bildfrequenz hingegen führt irgendwann zur „Zeitlupe“. Beide Varianten werden auch bei der Produktion von Erklärfilmen regelmäßig als stilistisches Mittel genutzt.

Die klassische Produktion von Zeichentrickfilmen

Ein Keyframe ist nun gewissermaßen das Gerüst der ablaufenden Bilderfolge – oder um es mit dem deutschen Wort zu sagen: Das Schlüsselbild. Bei klassisch produzierten Zeichentrickfilmen kamen dazu eigens sogenannte Schlüsselbildzeichner zum Einsatz, die mit einzelnen – zeitlich auseinanderliegenden – Bildern eine Bewegungsabfolge vorgaben. Hebt beispielsweise eine Figur den Arm, werden davon nur drei Schlüsselbilder produziert: Die Anfangssituation, eine Szene aus der Mitte und die Haltung des Armes am Ende. Bei Betrachtung der Keyframes werden die Bewegungen und die daraus entstehende Handlung deutlich, es ergibt sich aber noch kein fließendes Bild. Dieses kommt erst zustande, wenn die einzelnen Schlüsselbilder durch weitere Bilder – sogenannte Interframes – miteinander verbunden werden. Klassischerweise herrschte daher bei der Produktion von Zeichentrickfilmen eine strenge Hierarchie, in der der Schlüsselbildzeichner sich direkt unterhalb des Regisseurs befand. Bei der Erstellung von Erklärfilmen wird dies natürlich nicht mehr so streng gehandhabt. Wenn aber Videos im Comic- oder Zeichentrickstil produziert werden, spielen Schlüsselbilder noch immer eine wichtige Rolle.

Keyframes in der digitalen Welt

Allerdings müssen Comics heute nicht mehr von Hand gezeichnet werden, sondern können digital am Computer erstellt werden. Das Prinzip bleibt aber das gleiche: Es gibt ein zu animierendes Objekt, dem bestimmte Positionen und Formen zugewiesen werden können. Dabei muss aber nicht jedes einzelne Bild manuell eingestellt werden, sondern es reicht, wenn die Keyframes per Hand erzeugt werden. Die Software ist dann selbstständig in der Lage, die einzelnen Schlüsselbilder miteinander zu verbinden und beliebig viele Interframes zu erzeugen. Auf diese Weise entsteht recht schnell eine fließende Bewegung, ohne dass ein so hoher Personalaufwand wie bei der klassischen Zeichentrickanimation zum Einsatz kommen muss. Weiterhin ist es aber so, dass der Grafiker, der für die Schlüsselbilder von Erklärfilmen verantwortlich ist, eine hohe Kompetenz besitzen muss. Andernfalls kann es passieren, dass der Übergang zwischen Schlüsselbild und Zwischenbild nicht flüssig realisiert werden kann. Außerdem stößt die Methode bei komplexen Animationen an ihre Grenzen: Mimik muss beispielsweise mit anderen Techniken erzeugt werden – beispielsweise dem Motion Capturing.

Schlüsselbilder bei der Produktion von Erklärfilmen

Animierte Videos kommen bei Erklärfilmen oft zum Einsatz, weil sich mithilfe der Technik fast alle Ideen der Texter auch grafisch umsetzen lassen. Auf diese Weise fällt es leichter, auch komplexe Sachverhalte innerhalb von kurzen Zeitspannen zu erläutern. Gut produzierte Keyframes sind dabei von besonderer Bedeutung, um dem Video ein qualitativ hochwertiges Aussehen zu verleihen. Der Zuschauer ist von Walt Disney und ähnlichen Produktionsfirmen ein hohes zeichnerisches Niveau gewöhnt, sodass dieser Standard auch von Erklärvideos erreicht werden muss. Andernfalls werden die Filme schnell wieder weggeklickt. Durch den Einsatz entsprechender Software – beispielsweise After Effects von Adobe – kann heute der Zeitaufwand der Produktion aber erheblich reduziert werden, weil keine Interframes mehr von Hand erstellt werden müssen. Der Einsatz von Schlüsselbildern ist dabei ein gutes Beispiel für Techniken aus der analogen Produktionszeit, die heute auch in der digitalisierten Welt noch Anwendung finden.

Folgendes Video gibt Ihnen einen kurzen Überblick über die Grundlagen vom Keyframe: